Es ist mal wieder so weit: Die neueste Ausgabe eines Sport-Spiels hat seinen Weg in meine Hände gefunden. Naja, genau genommen nicht wirklich physisch in meine Hände, da das Spiel in Deutschland nicht verkauft wird und ich es stattdessen aus dem PSN-Store herunterladen musste. Die Beliebtheit von Baseball reicht hierzulande nunmal noch nicht, um das Produkt im deutschen Markt zu etablieren.
Die Rede ist hier also vom neuen MLB The Show. Der Baseball-Simulation, die seit 2006 vom SIE San Diego Studio produziert und von Sony Computer Entertainment vertrieben wird.

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
In freudiger Erwartung auf ein neues Spielerlebnis kam ich nach der Arbeit am Mittwoch nach Hause . Den Download und die Installation hatte ich bereits am frühen Morgen gestartet und deshalb konnte es direkt losgehen.
Die 19er-Variante ist erst mein zweites MLB The Show, daher erwartet bitte keinen absoluten Vollprofil. Ich möchte euch dennoch mitnehmen auf eine Reise durch meinen absoluten Lieblings-Spielmodus: Road to the Show.
Dabei steuert man (vergleichbar mit dem „Be a Pro“ Modus in den EA Sports Spielen) einen Spieler und begleitet ihn auf seinem Weg vom Draft bis zum großen Sprung in die Major League Baseball.

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Der Modus reizt mich einfach deshalb so ungemein, weil man – wie die echten zukünftigen Baseball-Profis in den meisten Fällen – unten in den Minors (Double A) anfangen muss, sich stetig verbessern und beim Trainer beweisen muss. Das Ziel: Zuerst mehr Einsatzzeiten und letztlich die Beförderung in die höhere Klasse Triple A und dann die Major League Baseball. Auf dem Weg dorthin müssen gute Statistiken erreicht, fleißig trainiert und auch persönliche und sportliche Entscheidungen in Form von Dialogoptionen getroffen werden. Doch dazu später mehr. Zuerst ging es an die Erstellung meines Charakters.

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Die grafische Aufbereitung der Charakter-Erstellung gefällt mir in diesem Jahr besonders gut. Man hat sich gegen ein langweiliges schwarz-weiß-graues Menü entschieden und dafür eine dynamischere und lebhaftere Variante gestaltet. Die verschiedenen Auswahl-Möglichkeiten werden aus dem Zimmer des Charakters heraus getroffen. So ändert sich beispielsweise bei der Auswahl der Herkunft die Flagge, die patriotisch über dem Bett hängt und den zukünftigen MLB-Spieler immer daran erinnert, wo er herkommt.
Mein Charakter kommt – wie auch ich – aus dem schönen Deutschland und bestreitet somit den Weg, den auch Maximilian Kepler gegangen ist. Für diejenigen unter euch, die sich nicht mit Baseball beschäftigen: Der einzige deutsche MLB-Spieler aktuell, der kürzlich einen Millionen-Vertrag bei seinen Minnesota Twins unterschrieben hat.

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Weiter ging es mit der Auswahl der Position und hier hat man die Qual der Wahl: Soll es ein Outfielder sein? Ein Infielder? Oder doch lieber ein Starting oder Relief Pitcher?
Mich sprechen im Sport klassischerweise die zentralen Positionen an, wie zum Beispiel der Center im Eishockey.
War es letztes Jahr noch ein Centerfielder im Outfield (eine recht einfach zu spielende Position), wollte ich mich dieses Jahr einer größeren Herausforderung stellen. Meine Entscheidung fiel somit auf den Catcher, eine der interessantesten Positionen des Spiels meiner Ansicht nach.

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Ein Stück weiter rechts im Raum folgte die Entscheidung für die bevorzugte Trikotnummer und den Namen. Ich spreche bewusst von „bevorzugt“, da man diese je nach bereits vorhandenen Spielern in einem Franchise nicht unbedingt auch immer auf das Jersey genäht bekommt.
Als Vorname wählte ich „Julian“. So weit, so verständlich. Meinen realen Nachnamen möchte ich nicht nehmen, weil er leider nicht auf der langen Liste derer zu finden ist, den die Kommentatoren aussprechen können. Und es sorgt doch immer für ein authentischeres Spielerlebnis, wenn im Hintergrund über den eigenen Spieler geredet wird, während man sich am Schlagmal oder im Feld beweist.
Um diesen Nebeneffekt zu spüren, musste ein generischerer Name her und die Wahl fiel auf „Collins“. Den meines Lieblings-Sportlers Rob Collins, ehemaliger Eishockeyspieler bei der Düsseldorfer EG. Von diesem stammt auch die Trikotnummer 19, die sich seit Jahren zu meiner Lieblings-Nummer im Sport entwickelt hat.

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Auf einem stylischen Flatscreen musste ich mich nun für einen Archetype entscheiden und damit die Grund-Ausrichtung meines Spielers festlegen.
Möchte ich ein „Pure Power“ Hitter wie Yankees-Star Giancarlo Stanton sein, der die Bälle mit wahnsinniger Schlagkraft in die Zuschauerränge drischt? Oder doch lieber ein „Small Ball“ Player mit viel Geschwindigkeit im Base Running wie Jose Altuve von den Houston Astros?
Jeder Archetype hat seine Vorteile (Major Strengths und Medium Strengths) und Nachteile (Weaknesses). Entscheide ich mich also zum Beispiel für „Pure Power“, so kann ich zwar auf erhöhte Startwerte in Armstärke und Power zurückgreifen, muss aber bei Geschwindigkeit und den Kontakt-Werten Abstriche hinnehmen.
Ich habe mich für eine fast schon langweilige Variante entschieden, den „Mr. Utility“. Er verfügt nicht über krasse Stärken oder Schwächen, sondern eine ausgeglichene Kombination der meisten Werte. So würde ich im Verlauf meiner Karriere noch die Möglichkeit bekommen, meinen Trainingsfokus auf bestimmte Attribute zu legen.

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In Form von Erinnerungsstücken in einem Regal musste ich mich nun mit einer weiteren Neuerung in der diesjährigen Version beschäftigen: Der Persönlichkeit meines Spielers. Diese kann sich unterschiedlich stark in vier verschiedene Richtungen entwickeln, abhängig von meinen zukünftigen Entscheidungen den Charakter betreffend. Später lassen sich sogar noch verschiedene Perks wählen, worauf ich wirklich gespannt bin.
Hier legte ich allerdings erst einmal den Grundstein und entschied mich für eine Top 3. Vorrangig möchte ich „Heart & Soul“ meines Franchises sein, also sozusagen der gute Geist, der sich mit den anderen Spielern ausgezeichnet versteht und sie zusammenschweißen kann. Sekundär bin ich ein „Captain“ mit Führungsqualitäten, zu dem die anderen Spieler später aufschauen sollen. Meine dritte Wahl fiel auf den „Maverick“ (den „Denker“) und ausgelassen habe ich den impulsiven und niemals planenden „Lightning Rod“. Ich bin sehr gespannt, wohin mich diese Entscheidungen persönlich noch führen werden. Fest steht: MLB The Show 19 hat einige RPG-Elemente verpasst bekommen. Ob dies gut umgesetzt wurde, kann ich jetzt noch nicht beurteilen.

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Der Catcher Julian Collins verfügte nun über Attribute und auch den Ansatz einer Persönlichkeit. Allerdings war er bisher ein gesichtsloser Niemand und das wollte ich nun im letzten Schritt der Charaktererstellung ändern.
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Ich aber bin die Art Mensch, der sich mit all den Reglern eher schwertut. Das war seit jeher so, von „The Sims“ über verschiedene Rollenspiele bishin zu anderen Sportspielen. Meist ändere ich nur die wirklich prägnanten Dinge. Diese sind in meinem Fall: Größe (6’2“), Gewicht (187 lbs), Statur (schlank/normal), Augenfarbe (blau), Haarfarbe (blondbraun), Frisur (seitlich kurz, oben ordentlich). An den restlichen Reglern spiele ich dann gelangweilt und unmotiviert so lang herum, bis ich mit dem Ergebnis im Groben und Ganzen zufrieden bin.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Es ist ein gutaussehender junger Mann geworden, weshalb ich es schonmal nicht sein kann!

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Langsam aber sicher kam ich zum Ende der Charaktererstellung, während ich meine Ungeduld auch kaum noch zurückhalten konnte, endlich in das richtige Gameplay einzusteigen.
Hier legte ich nun zuerst die komplette Ausrüstung fest: Schuhe, Socken, Ellenbogenschoner, Kappe, Helm und vieles mehr. Natürlich alles in der Farbe anpassbar. Individualität wird hier absolut groß geschrieben.
Dies gilt auch für sämtliche Bewegungsabläufe des Spielers, vor allem den so genannten „Batting Stance“. Dieser definiert, in welcher Position mein Spieler als Batter den Pitch erwartet. Hier hätte ich aus einer Vielzahl von Reglern einen komplett eigenen Stil erstellen können, aber ich entscheide mich dafür, eine vorgefertigte Variante zu wählen und zwar angelehnt an mein Vorbild Max Kepler.
Noch schnell einen Homerun-Jubel gewählt und mein Spieler war fertig für den ersten „Einsatz“.
Mit diesem geht es allerdings erst in der nächsten Ausgabe meiner „Road to the Show“ Serie weiter. Ich hoffe sehr, dass es euch bis hierher gefallen hat und dass ich euch einen tollen ersten Eindruck von MLB The Show 19 oder auch dem Modus geben konnte. Bei ein wenig Interesse für Baseball kann ich wirklich nur empfehlen, mal das Spiel auszuprobieren. Nach einer kleinen Eingewöhnung kann es wirklichen Spielspaß bereiten.
Über Kritik zu diesem Blog freue ich mich weiterhin und auch Fragen beantworte ich jederzeit sehr gern.
Sportliche Grüße!
— Julian