Ich heiße euch herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe meiner Serie zum „Road to the Show“ Spielmodus in MLB The Show 19!
Nachdem ich mich eine ganze Zeit lang mit der Erstellung meines Spielers „aufgehalten“ hatte (hier geht es nochmal zu Teil 1), ging es nun endlich los.
„Play ball!“ – es wird Baseball gespielt!

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Naja, genau genommen stand zuerst einmal der so genannte Scout Day an. Dieser besteht aus den Übungen 60 YD Dash (also einem kurzen Sprint), einer Übung zum Batting (Offensive) und einer zum Fielding (Defensive).
Dabei wurden die Prospects eingeteilt in die Regionen West, Central, East und International. Da ich nicht aus den USA stamme, gehörte ich letzterer Gruppe an, auf den nächsten Bildern gut erkennbar durch den Schriftzug „International“ auf der Brust und das „I“ auf der Kappe.
Übrigens startete mein 18-jähriger Spieler standardmäßig mit einer Bewertung von 53 (sehr niedrig also) und einem Potential von B, welches bei MLB The Show das zweitbeste nach A darstellt, noch vor C und D.
Während ich den 60 YD Dash nicht beeinflussen konnte, musste ich beim Batting erstmals selbst ran. In der schicken weiß-roten Ausrüstung der „International Prospects“ ging es an das Schlagmal und es hieß nun, die Scouts von meinem Talent zu überzeugen.

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Bei MLB The Show 19 stellt sich Anfängern angenehmerweise nicht die Frage, für welche Schwierigkeit man sich entscheidet. Dies nimmt einem der dynamische Schwierigkeitsgrad (welcher für Batting und Pitching separat betrachtet wird) ab. Er passt sich dem Spieler und seinen Fähigkeiten dynamisch an, wie es der Name bereits vermuten lässt
Ich starte also zum Beispiel bei Beginner 1 und sehe dies auch beim Batting anhand eines Balkens, bei dem ich zum Anfang in der Mitte liege. Merkt das Spiel, dass ich andauernd Basehits schlage und unrealistisch hohe Quoten erreiche, wird der Balken steigen und sobald ich am Ende angelangt bin, auf Beginner 2 springen, wo ich wieder in der Mitte starte. Genauso werden auch dauerhafte Misserfolge in Beginner 2 dazu führen, dass ich zum linken Ende des Balkens absinke und wieder auf Beginner 1 springe.
Nach Beginner 1 bis 5 kommen dann noch Rookie, Rookie +, Veteran, Veteran + und so weiter, sodass für jeden Spieler und seine Fähigkeiten das richtige Level dabei sein sollte.
Da ich seit einigen Monaten nicht gespielt hatte, startete ich auf einem der Beginner-Ränge. Und was soll ich sagen? Leider wirkte sich auch auf niedriger Schwierigkeit meine lange Pause stark auf meine Leistungen aus und ich verzog die meisten geworfenen Bälle so stark nach rechts, dass sie zu Foul Balls wurden. Kein guter Start und die Scouts werden nicht begeistert gewesen sein.

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Um auch nur ansatzweise ein MLB-Team davon überzeugen zu können, mich zu draften, musste ich nun beim Fielding einen guten Auftritt hinlegen, also in der Defensive. Auch das würde nicht einfach werden, da ich noch nie als Catcher gespielt hatte.
Die hauptsächlichen Fielding Situationen dieser Position in MLB The Show 19 sind das Aufnehmen und Werfen von Bunt-Abprallern zum First Baseman und das Verhindern von Stealing-Versuchen, indem der Ball schnell zur 2nd oder 3rd Base geworfen wird, bevor der Baserunner dort ankommt.
Vor allem das Verhindern von Stolen Bases wurde beim Draft Day sehr streng überprüft. Jedes mal wusste man vorher, wo der Pitcher den Ball in etwa hinwerfen würde. Während des Wurfs musste man seine Fanghand aber dann nochmal anpassen und im Anschluss möglichst schnell reagieren und werfen. Das Zielen funktioniert hierbei, indem die Zeit kurz angehalten wird und man den Stick in ein kleines Feld bewegen und „abdrücken“ muss.
Beides gelang mir überraschend gut, weshalb ich mich im „Draft Stock“ (meiner Bewertung in Form eines sich füllenden Balkens) etwas weiter nach oben arbeiten und damit das schlechte Batting zumindest teilweise ausgleichen konnte.

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Natürlich wollten die Scouts mich und die anderen Prospects nicht nur in einzelnen und sehr konstruierten Situationen sehen, sondern auch in wirklichen Spielsituationen. Aufgrund dessen musste ich mit meinem International Prospect Team in zwei Showcase Games gegen die Teams „West“ und „Central antreten.
Das erste Matchup führte fort, was ich bei den Batting-Übungen gezeigt hatte: Meine Präzision ließ absolut noch zu wünschen übrig. Die ersten drei At-bats wurden Strikeouts oder Flyouts, sodass ich zum vierten und wohl letzten Versuch bei 0 von 3 stand. Auch den anderen Battern ging es nicht besser, es stand kurz vor Schluss noch 1:1 – die Pitcher überzeugten auf ganzer Linie!
Im letzten At-bat platzte dann bei mir der Knoten. Ein wunderbarer Line Drive über den First Baseman hinweg gelangte ins Outfield und brachte mich mit einem Double auf die Second Base. Zwar ging das Spiel mit 1:2 nach 10 Innings verloren, aber ich hatte beim Batting Blut geleckt und mir fest vorgenommen, den Trend fortzusetzen.

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Das tat ich und zwar auf eindrucksvolle Art und Weise. Im zweiten Showcase Game – dieses mal gegen das „Central“ Prospect Team – war alle Nervosität vergessen und auch das Zielwasser hatte Julian Collins wohl geschmeckt.
Mit gelang Hit um Hit, sodass ich am Ende bei 5 von 5 stand. Und damit nicht genug: Neben vier Singles gelang mir auch ein Triple bei zwei Runnern on Base, sodass ich zwei RBI sammeln konnte.
Die Abkürzung RBI bedeutet im Baseball „Runs batted in“. Sie bezeichnet Runner, die nach erfolgreicher Umrundung aller Bases schließlich zur Home Plate laufen und letzteres dank meines Schlags tun konnten. Bei meinem langen Hit ins Outfield hatte also nicht nur ich Zeit, bis zur dritten Base zu gelangen (Triple), sondern auch die beiden Runner vor mir genug, um nach Hause zu laufen.
Nach 60 YD Dash, Batting und Fielding Drills sowie zwei Prospect Games war es nun endlich soweit: Der Draft stand an. Hier sollte sich also entscheiden, welches Franchise der Major League Baseball ein Auge auf den 18-jährigen Catcher Julian Collins geworfen hatte.
Runde um Runde verstrich, bis die 15. Runde anbrach. Genug Zeit war auf jeden Fall noch, im MLB-Draft werden jährlich über 1.000 Spieler ausgewählt.
Pick Nummer 1, 2, 3, 4 verstrichen… Ob ich zu einem der traditions- und erfolgreichen Teams komme? Den New York Yankees, den Boston Red Sox oder den Chicago Cubs?
Pick Nummer 5, 6, 7, 8 vergingen ohne die Nennung meines Namens… Ob ich wohl an die Ostküste komme? Zu den Miami Marlins in die Sonne und an den Strand? Oder an die Westküste zu den Los Angeles Dodgers oder den San Francisco Giants?
Pick Nummer 9, 10, 11, noch immer nichts… Oder in die „Middle of nowhere“, die Mitte der USA, zu den Kansas City Royals oder den Colorado Rockies?
Pick Nummer 12: „With the 12th pick of the 15th round in the MLB Draft… the Minnesota Twins select Julian Collins, Catcher from Germany!“

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WOW! Der Draft ist tatsächlich immer wieder wahnsinnig spannend, obwohl es nur ein Spiel ist. Es sind letztlich die Minnesota Twins aus dem hohen Norden der USA, die sich die Rechte meines Spielers sicherten. Das MLB-Franchise, bei denen auch schon mein Landsmann Maxmilian Kepler spielt.
Natürlich werde ich ihm zu Beginn noch keine Gesellschaft leisten können, weil ich zuerst in Pensacola und dann Rochester (siehe Bild) um die Gunst der Trainer kämpfen muss. Doch es wird mein Ziel sein, eines Tages in dieser „Road to the Show“ über oder unter ihm in der Batting Order zu stehen.
Ich hoffe sehr, es hat euch bis hierher gefallen und ihr bleibt auch dran, bis es soweit ist. In der nächsten Ausgabe werden wir allerdings erst einmal den Weg nach Pensacola, Florida antreten, wo das Double A Farmteam der Twins und auch ich in näherer Zukunft zuhause sein werde.
Bis dahin freue ich mich natürlich weiterhin über jegliches Feedback und beantworte selbstredend auch jede Frage, die sich euch gestellt haben sollte.
Sportliche Grüße!
— Julian