Was muss das aufregend sein: Beim Draft in dieser großen Halle zu sitzen, seinen Namen zu hören und dann seine Familie zu umarmen, um dann im Anschluss auf die Bühne zu schreiten und dort breit lächelnd das Trikot des Franchises entgegenzunehmen, welches sich für einen entschieden hat.
Doch leider können dies maximal Spieler erleben, die sich Hoffnungen ausmalen, bereits in der ersten Runde schon „vom Board“ zu sein. Nicht aber Spieler wie Julian Collins, die erst in der fünfzehnten Runde die Gunst eines Managers auf sich ziehen können. Erfahren hat mein Spieler sein Glück letztlich durch seinen früheren Coach, der im „Road to the Show“ Modus zu Beginn ebenfalls als Berater fungiert.
Wie ihr unten bereits sehen könnt, steigert sich schon anhand meiner Antworten auf solche Gesprächsfetzen eine der charakterlichen Eigenschaften. In diesem Fall habe ich mich für Dankbarkeit meinem Mentor gegenüber entschieden: „Thanks for all your help coach. Couldn’t have made it this far without you.“ Und schon hat sich mein Wert für „Heart and soul“ fast bis Stufe 3 gesteigert, wie oben in der rechten Ecke zu sehen. Doch dazu später mehr.

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
In der Welt der MLB läuft es ein wenig anders, als in den anderen großen Ligen in Nordamerika: Nicht einmal die am höchsten gedrafteten Spieler werden direkt in den Majors, also in der ersten Mannschaft, eingesetzt. Sie müssen sich zuerst im Farmsystem darunter beweisen und das trifft für mich als Pick aus der 15. Runde natürlich umso mehr zu.
Und so musste ich mich nach anfänglicher Freude nicht nach Minnesota aufmachen, sondern ein Flugticket für das über 1.000 Meilen von Minneapolis entfernte Pensacola im Bundesstaat Florida buchen. Ein beschauliches Städtchen mit etwas über 50.000 Einwohnern erwartete mich dort. Also ein krasser Gegensatz zum großen, nördlichen und kalten Minnesota, welches natürlich weiterhin mein großes Ziel bleiben sollte.
Meine sportliche Heimat würden nun vermutlich für einige Zeit die Pensacola Blue Wahoos sein.

(Quelle: http://www.visitpensacola.com)
Das Franchise wurde 1959 unter einem anderen Namen gegründet und spielt nun seit 2012 in der jetzigen Form in der Southern League, welche eine drei Double A Spielklassen neben der Eastern League und der Texas League ist. Im Jahr 2017 konnte man zuletzt den Titel gewinnen und dazu wollte ich dem Team in dieser Saison wieder verhelfen. Und dazu standen die Chancen gar nicht allzu übel, immerhin konnte man in den letzten vier Jahren jeweils die Playoffs erreichen.
Bis vor kurzem waren die Blue Wahoos übrigens noch das Farmteam der Cincinnati Reds und die Twins schickten ihre jungen Spieler zu den Chattanooga Lookouts. Letztere sind übrigens ebenfalls in der Southern League anzutreffen und werden somit einer unserer Gegner sein.
Die Liga besteht aus der North und der South Division. Im Norden kämpfen die Birmingham Barons, die Chattanooga Lookouts, die Jackson Generals, die Montgomery Biscuits und die Tennesse Smokies um den Einzug in die Endrunde. In die South Division reihen sich neben uns die Biloxi Shuckers, die Jacksonville Jumbo Shrimp, die Mississippi Braves und die Mobile BayBears an.

(Quelle: http://www.milb.com)
Ihre Heimspiele bestreiten die Pensacola Blue Wahoos im Admiral Fetterman Field, welches Platz für gut 5.000 Zuschauer bietet. Zwar ist der Ballpark damit der kleinste der Liga, mit 4.348 im Durchschnitt war es dafür in den 69 Heimspielen in 2018 stets sehr gut gefüllt und auch häufig ausverkauft.
Mal abwarten, ob mein Team und ich die Fans in den kommenden Wochen und Monaten mit Homeruns, RBI’s oder Defensiv-Plays so beeindrucken können würden, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
In den stets sehr schnell landenden Menüs und Übersichten (ganz im Gegensatz zu beispielsweise der FIFA- oder NHL-Reihe) verschaffte ich mir nun zuerst einmal einen Überblick, wo ich im Franchise überhaupt stand. Meine Lage zu kennen, ermöglicht es mir immerhin, realistische Erwartungshaltungen aufzubauen.


Darunter: Die aktuelle Batting Order.
(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Wie auf dem oberen Bild zu erkennen, war ich noch ein ganzes Stück davon entfernt, in den MLB-Roster aufzusteigen, in dem sich Jason Castro und Willians Astudillo die Catcher-Position teilten. Und auch im Kader des höherklassigen AAA-Teams fanden sich mit Mitch Garver und Gabriel Peneda noch zwei Spieler mit beträchtlich höherer Gesamtstärke, an denen ich mich mit erstklassigen Leistungen erst noch vorbeispielen werden müsste.
Im AA-Kader sortierte man mich zuerst einmal an achter Position der Batting Order ein (siehe unteres Bild), um wohl erst einmal zu schauen, wozu ich überhaupt fähig sein würde. Bei Teamkollegen mit Bewertungen von 48 bis 63 ordnete ich mich mit meinen 53 zuerst einmal im unteren Mittelfeld ein. Doch hatte ich absolut nicht vor, dort lang zu rangieren und mir hohe Ziele für meine erste Saison gesteckt: Noch vor Ablauf die Weiterfahrt nach Rochester antreten zu können!

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Für die erste Begegnung mussten meine Kollegen und ich mitsamt Betreuern und einigen Fans im Schlepptau keine weite Reise antreten. Eine Art Derby mit dem Erzrivalen in der Southern League stand an: Die Baybears aus dem nur eine Autostunde entfernten Mobile im Bundesstaat Alabama empfingen uns zum Opening Day und beide Teams gaben alles, um sich einen spannenden Schlagabtausch mit einem besseren Ende liefern zu können.
Dass dieser zugunsten der Baybears ausgehen würde, wollte ich mit aller Kraft verhindern und im gleichen Atemzug auch dem Coach beweisen, dass ich gleich zu Beginn spielerisch Vollgas geben würde: Zwei Fliegen mit einer Klappe also sozusagen. Nachdem ich im ersten At-bat noch keinen Erfolg hatte, erwartete mich beim Stand von 2:0 für uns im fünften Inning gleich mal eine nervliche Belastungsprobe: Bases loaded (also Runner auf allen drei Bases) bei erst einem Out. Mein Ziel war klar: Wenigstens ein Runner musste auf 3:0 erhöhen und wenn mir das auch nur mit einem Sacrifice Fly gelingen würde. Bei diesem taktisch ausgeführten Flyout kommt der ausführende Spieler zwar selbst nicht on base, gibt aber einem Runner die Gelegenheit, nach Hause zu rennen und somit einen Run zu erzielen.

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Manchmal gibt es dann diese unfassbaren Momente, wo einfach alles glatt läuft. Luft angehalten, Ausfallschritt, ein Schwung und mit einem „klack“ prallte das Holz des Schägers gegen das Leder des Baseballs und jagte ihn mit hoher Geschwindigkeit in die Lücke zwischen Shortstop und Third Baseman. Ohne nachzudenken, lief ich los, als ob mich etwas jagen würde und das taten auch die drei Spieler auf den Bases, als sie den Lauf des Balls mit den Augen verfolgten. Um auf Nummer sicher zu gehen, blieb ich letztlich an der zweiten Base stehen und erfasste mit ungläubigem Blick, dass es alle drei Läufer nach Hause geschafft hatten. Mein erster Hit überhaupt war also nicht nur direkt ein Double, sondern verschaffte mir auch noch 3 RBI’s – der absolute Wahnsinn!
Dass das Spiel letztlich mit 5:1 gewonnen und ich zum besten Spieler des Spiels gekürt wurde, setzte dem natürlich noch die Krone auf. Der Start war schon einmal geglückt!

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Neben meinem sportlich bemerkenswerten Erfolg im ersten Spiel zeigte sich das Entwicklerstudio inzwischen bemerkenswert innovativ. Während es in anderen Sportserien allenfalls halbherzig vorangeht, bot sich mir im zweiten Spiel der Serie gegen Mobile der Blick auf ein weiteres neues Feature: Die Dynamic Challenges.
In unregelmäßigen Abständen vor oder in einem Spiel bekommt man eine Herausforderung gestellt und muss sich dafür entscheiden, in welchem Maß man sich die Erfüllung derselben zutraut. Im obigen Beispiel geht es zum Beispiel darum, den auf der ersten Base stehenden Runner voran zu bringen, was mir 75% Bonus auf bestimmte Attributs-Verbesserungen geben würde. Wähle ich aber aus, dass ich ihn sogar auf die dritte Base bringen kann, könnte mir das einen Boost von 125% bringen. Bei Nicht-Erfüllung wird die Entwicklung betreffender Attribute hingegen entsprechend gebremst, weshalb man mit höheren Zielen auch ein höhere Risiko eingeht. Dies bringt in manche Spielsituationen noch mal eine besondere Relevanz.

(Rechte liegen beim SIE San Diego Studio)
Die Serie gegen den Rivalen aus Alabama ging übrigens ähnlich gut weiter, wie sie angefangen hatte. Im zweiten Matchup feierte mein Team einen 6:0 Shutout, in dem ich zwei von vier At-bats erfolgreich abschloss und dazu einen Double, zwei RBI und einen Run einstreichen konnte. Das letzte Spiel ging dann zwar mit 6:10 verloren, aber abermals sprangen zwei Singles in vier Versuchen sowie ein Run für mich heraus.
Im dritten Teil dieser Serie wurde zeitlich zwar nicht viel geschafft. Dafür kennt ihr nun aber einige Neuerungen und seid über die Ausgangslage bewusst, in der wir uns befinden. Ab der nächsten Ausgabe werde ich natürlich nicht mehr über einzelne Spiele berichten, sondern auf die generelle Entwicklung meines Spielers eingehen und wichtige Neben-Ereignisse beschreiben.
Ich hoffe sehr, es hat auch dennoch auch dieses mal gefallen und ihr lest auch in Teil 4 wieder hinein, wenn es tief in meine erste Saison reingehen wird.
Sportliche Grüße!
— Julian