2019 NHL Mock Draft – Die Top 10

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist es wieder so weit: Das in Europa so unübliche Prozedere des Entry Drafts findet in der NHL statt. Die 31 NHL-Franchises wählen dann in sieben Runden insgesamt 217 talentierte, junge Spieler aus, um sich deren Rechte für die kommenden Jahre zu sichern.
Falls euch das Prinzip oder die Regeln des NHL-Drafts unbekannt sind, empfehle ich euch den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel. Gern könnt ihr aber auch auf mich zukommen und mich mit Fragen löchern.

Im heutigen Artikel möchte ich eine kleine Prognose (meist „Mock Draft“ genannt) wagen, welche möglicherweise kommenden Superstars an den ersten Positionen gepickt werden. Hierfür schaue ich mir die Top 15 an und gebe euch damit auch einen Überblick über die Spieler, die von den Experten in Nordamerika das meiste Talent zugeschrieben bekommen. Unten findet ihr außerdem einige weitere Spieler, die ich zwar nicht in den Top 15 sehe, auf die ich aber ebenfalls ein gewisses Augenmerk lege.

Bitte berücksichtigt: Die im NHL-Draft ausgewählten Spieler gelten als noch deutlich „unfertiger“, als zum Beispiel frisch gedraftete NFL-Spieler. So schafft es meist nur eine kleine Handvoll Prospects, direkt in der ersten Saison auch die erste NHL-Erfahrung zu sammeln. Meist verbleiben die Spieler in ihren jeweiligen Ligen (CHL, NCAA, europäische Ligen) oder werden von ihrem Franchise in das AHL-Farmteam geschickt.
Diese Tatsache macht es deutlich schwieriger, die jungen Eishockeyspieler einzuschätzen und ich möchte nicht ausschließen, dass ich hier und da völlig daneben liege. Doch nun viel Spaß beim Lesen!

1st Pick: New Jersey Devils
Jack Hughes, C, USNTDP (USHL) aus Orlando, Florida
Für den ersten Pick gibt es genau genommen nur zwei realistische Chancen, wobei ich mit dem „Safe Pick“ gehe, der auch von den meisten Experten erwartet wird. Jack Hughes gilt schon seit Jahren als absolutes Ausnahmetalent, seine Entwicklung wurde von vielen mit großem Interesse verfolgt und er hat die Erwartungen zumeist vollkommen erfüllt oder übertroffen.
Er verbrachte die vergangenen beiden Saisons beim US National Team Development Program (USNTDP), welches bereits Stars wie Patrick Kane und Auston Matthews hervorgebracht hat. Trotz so großer Vorreiter hat er eine Vielzahl an Rekorden eingestellt und dabei mit seiner unfassbaren Geschwindigkeit geglänzt, die ihn immer wieder Verteidiger problemlos überrumpeln ließ. Ich empfehle jedem, sich von dieser Geschwindigkeit und seinen schlittschuhläuferischen Fähigkeiten in einem der zahlreichen Videos selbst ein Bild zu machen.
Seine Saison verlief ohne Schwierigkeiten: 24 Spiele in der USHL (48 Punkte), 50 Spiele in der USDP (112 Punkte) und Teilnahmen an der U18-WM, der U20-WM und der Herren-WM im vergangenen Mai. Bei letzterer konnte er nur wenig auf sich aufmerksam machen, das ist aber aufgrund der Konkurrenz kaum verwunderlich.
Ich glaube: Trotz seiner schmächtigen Statur von 179cm und 77kg und den deutlich reaktionsschnelleren Verteidigern in der NHL wird er sich schon bald in das Lineup spielen und in New Jersey wird man noch viel Spaß mit dem „One-Two-Punch“ aus den beiden First Overall Picks Hughes und Hischier haben.

2nd Pick: New York Rangers
Kaapo Kakko, RW, TPS (Liiga) aus Turku, Finnland
Er gilt schon lang als sicherer Top2-Pick, hat sich in dem ein oder anderen Mock Draft sogar an die erste Position gespielt: Der Mann mit dem lustigen Namen Kaapo Kakko. Der finnische Flügelspieler hat – im Unterschied zu Hughes – bereits im Ligenbetrieb gegen erwachsene Männer gespielt und dabei eine überraschend gute Figur gemacht: 22 Tore und insgesamt 38 Punkte sprangen in 45 Spielen für ihn heraus.
Dazu hat er bei der Männer-WM in einem weniger NHL-lastigen Kader des überraschenden Siegers Finnland deutlich mehr überzeugt, für die er 6 Tore in 10 Spielen schoss.
Diese Erfahrungen, gepaart mit seinen schon etwas gereifteren Maßen (187cm, 86kg), könnten dafür sorgen, dass er schon eher als sein Konkurrent Jack Hughes bereit für die National Hockey League ist. Und das können die Rangers dringend gebrauchen, denn die Zeit von Star-Keeper Henrik Lundqvist läuft langsam ab.
Kakko verfügt lang nicht über Schnelligkeit von Jack Hughes, dafür aber schon über mehr Übersicht und Spielintelligenz sowie Gefahr vor dem Tor. Die Rangers können sich absolut glücklich schätzen und an zweiter Position im diesjährigen Draft absolut nichts falsch machen.

3rd Pick: Chicago Blackhawks
Bowen Byram, D, Vancouver Giants (WHL) aus Cranbrook, British Colombia
An dritter Stelle wird es dann bereits deutlich spannender, als noch an den ersten beiden Positionen, denn hier wird die Auswahl größer und somit auch die Prognosen schwieriger. Doch für mich hat sich ein Favorit herauskristallisiert und dieser heißt Bowen Byram und kommt aus British Colombia in Kanada.
Nach einer bereits sehr starken regulären Saison für die Vancouver Giants (WHL) hat er in den Playoffs noch einmal mehrere Gänge hochgeschaltet. Hier war er an 26 Toren in 22 Spielen beteiligt und lag damit nicht nur vor allen anderen Verteidigern, sondern sämtlichen Feldspielern generell.
Er gilt als sehr guter Schlittschuhläufer, deckt die blaue Linie hervorragend ab, ist jederzeit sehr aufmerksam sowie konzentriert und kann auch gelegentlich seinen Körper einsetzen. Nach dem kürzlich geholten Olli Määttä könnte er das zweite Puzzlestück in der Verteidigung nach der Ära von Duncan Keith und Brent Seabrook sein, die in einigen Jahren bei den Blackhawks enden wird.
Ein weiterer Grund für die Wahl von Byram: Nach ihm dominieren vor allem Center das Draftboard. Und hier ist Jonathan Toews noch lang nicht am Ende angelangt und Dylan Strome erwies sich als Glücksgriff. Daher bestünde hier wenig Bedarf.

4th Pick: Colorado Avalanche
Alex Turcotte, C, USNTDP (USHL) aus Island Lake, Illinois
Gerüchten zufolge möchte das Team aus den Rocky Mountains sich definitiv die Dienste eines Centers sichern. Einer davon ist Alex Turcotte, der mit Jack Hughes zusammen die USHL und die USDP aufgemischt hat, wobei er in ersterer sogar durchschnittlich mehr Punkte pro Spiel erzielen konnte. Insgesamt waren es in beiden Wettkämpfen am Ende 96 Punkte in 53 Spielen. Und das trotz einer Verletzung, die ihn immer wieder plagte.
Kein Analyst sieht ihn außerhalb der Top10 und ich stimme mit Hockeyprospect.com oder eliteprospects.com überein, die ihn sogar in der Top5 sehen. Der Grund dafür sind vor allem seine ausgeglichenen Stärken: Der 18-jährige ist in fast allen nötigen Fähigkeiten vom Schlittschuhlaufen über seinen Schuss bis zur Geschwindigkeit auf einem soliden Level, hat wenig Schwachpunkte.
Was die Verantwortlichen der Avalanche stören könnte: Turcotte hat sich bereits vor einiger Zeit für die University of Wisconsin und somit wohl auch für das Team der Wisconsin Badgers eingeschrieben, womit er – ähnlich wie zum Beispiel im letzten Jahr Quinn Hughes – möglicherweise noch nicht sofort in der NHL spielen will oder kann.

5th Pick: Los Angeles Kings
Dylan Cozens, C/RW, Lethbridge Hurricanes (WHL) aus Whitehorse, Yukon
Für die Kings ergeben sich an fünfter Draft-Position vor allem die Chancen auf Dylan Cozens und Kirby Dach, die beide interessant sein könnten. Beide spielen auf der Center-Position und sind jeweils über 190cm groß. Ich habe mich hier für Cozens entschieden.
Grund 1: Die Kings sind mit über 96kg pro Spieler ohnehin schon das schwerste und damit auch teils trägste Team, ein Spielertyp wie der sehr kräftige Dach (über 90kg) ist daher nicht wirklich von Nöten.
Grund 2: Cozens ist flexibler einsetzbar. Er spielt sowohl in der Mitte, als auch auf der rechten Seite. Auf den Positionen, auf denen aktuell noch die je 34-jährigen Veteranen Jeff Carter und Dustin Brown gesetzt sind. Wird er einen von ihnen eines Tages beerben?

6th Pick: Detroit Red Wings
Philip Broberg, D, AIK (Alsvenskan) aus Örebro, Schweden
Beim Draft nennt man es einen „Reach“, wenn ein Team sich frühzeitiger die Rechte an einem Spieler sichert, als es vielleicht eigentlich nötig gewesen wäre. Dennoch glaube ich, dass der neue Manager meines Lieblingsteams Steve Yzerman ein Risiko eingehen und diesen Reach wagen würde, um sich die Dienste des potentiell besten Verteidigers im Draft zu sichern.
Die Situation in Detroit ist auf dieser Position vollkommen ungewiss, da die Verträge von Green, Kronwall, Ericsson, Daley und Bowey auslaufen. Da man bisher keinen wirklichen Elite-Verteidiger im System hat, wäre der Pick also durchaus sinnvoll. Und mit schwedischen Verteidigern hat man in Detroit gute Erfahrungen gemacht.
Broberg ist trotz seiner 191cm und 92kg ein herausragender Skater und zeigte das neben seiner Leistungen in der zweiten schwedischen Liga unter anderem auch beim Hlinka Gretzky Cup. Ein Turnier für U18-Nationen, bei welchem er mir sehr gut gefallen hat.
Im ersten Jahr bei Detroit würde er im Lineup keinen Platz finden, allerdings hat er mit dem schwedischen Erstligisten Skellefteå AIK bereits ein neues Team gefunden, bei dem er sich vollkommen ungestört steigern kann, bis man ihn dann in Motor City braucht.
Ein weiteres mögliches Szenario könnte ein Trade mit den Vancouver Canucks (10th Pick) sein, die gern hochtraden würden und hierfür auch bereits in Detroit angefragt haben.

7th Pick: Buffalo Sabres
Trevor Zegras, C/W, USNTDP (USHL) aus Bedford, New York
Die Sabres können hier eigentlich wenig falsch machen. Ich tippe, dass sie mit Trevor Zegras gehen. Dieser hat mit den bereits erwähnten Jack Hughes und Alex Turcotte zusammen gespielt und im US-amerikanischen Entwicklungsprogramm bärenstarke Leistungen abgeliefert. Gerüchteweise haben sich die Verantwortlichen der Sabres auch bereits mehrfach mit dem jungen Stürmer getroffen. Sollten diese Gespräche positiv ausgefallen sein, wird der es wohl werden. Ein Vorteil für Zegras: Buffalo liegt in seiner Heimat, dem Bundesstaat New York.
Auch er wird – wie Alex Turcotte – sein Studium an einer Universität beginnen, in seinem Fall ist das die Boston University.
Allerdings ist diese nur etwa eine bis anderthalb Flugstunden von Buffalo entfernt und die Sabes haben dank Jack Eichel, Casey Mittelstadt und Sam Reinhart keine enorme Eile auf der Position des Mittelstürmers. Und diese ist der präferierte Platz auf dem Spielfeld für den flexibel einsetzbaren US-Amerikaner.

8th Pick: Edmonton Oilers
Kirby Dach, C, Saskatoon Blades (WHL) aus St. Albert, Alberta
Auf dieser Position wäre ein Kirby Dach schon viel weiter gefallen, als von Analysten teilweise vermutet. Daher ein möglicher „Must Pick“ für Edmonton. Und das, obwohl die Kanadier in der Mitte mit Connor McDavid und Leon Draisaitl natürlich hervorragend besetzt sind.
Aber Dach ist zu gut, um ihn „liegen zu lassen“. 73 Punkte in 62 WHL-Spielen können sich sehen lassen und auch die Highlights und Analysen können sich wirklich sehen lassen. Der Kanadier setzt seinen Körper hervorragend ein und kann sich so an vielen Verteidigern vorbeispielen, die ihm zum Beispiel in puncto Schnelligkeit eigentlich überlegen wären. Zudem ist er im Gegensatz zu den beiden Star-Centern Rechtshänder.
Was einigen Experten zu denken gab, ist die Konstanz in seinem Spiel. In der WHL schwankte er zum Teil stark und hätte aufgrund seines Potentials sicher auch noch mehr scoren können.

9th Pick: Anaheim Ducks
Cole Caufield, C/RW, USNTDP (USHL) aus Stevens Point, Wisconsin
Wenn es so kommt, wie von mir prognostiziert, wäre Caufield bereits der vierte gedraftete Spieler des USNTDP und das im erst neunten Pick. Von den Daten her wirkt er zum Teil wie ein zweiter Jack Hughes: Nur 170cm groß und 74kg schwer, spielte zumeist in der gleichen Reihe und scorte ohne Unterlass in der USHL (41 Punkte in 28 Spielen) und der USDP (100 Punkte in 64 Spielen).
Der gewaltige Unterschied: Während Hughes mit seiner Schnelligkeit und Spielintelligenz die Situationen herausspielt und Vorlagen gibt, hat Cole Caufield das Einnetzen übernommen. Unter seinen 141 Punkten waren 101 Tore. Dazu traf er 14-mal bei der U18-Weltmeisterschaft. Er begeisterte die Fans und Experten mit seinem starken und schnellen Handgelenkschuss, den er nach Belieben und aus jeder Position enorm präzise platzieren kann.
Er dürfte der beste „Sniper“ im diesjährigen Draft sein und das können die Anaheim Ducks in jedem Fall gebrauchen. Rickard Rakell und Jakob Silfverberg können die Aufgabe des Toreschießens – wie in den vergangenen Saisons – nicht allein stemmen, das hat vor allem die kürzlich geendete Spielzeit gezeigt.

10th Pick: Vancouver Canucks
Vasili Podkolzin, RW, SKA St. Petersburg (KHL) aus Moskau, Russland
Viel glauben, dass er aus der Top10 rausfallen wird. Ich glaube: Ein Franchise wird um den zehnten Pick herum das Risiko eingehen und sich den rechten Flügelstürmer Vasili Podkolzin sichern.
Warum ist das ein Risiko? Der Russe hat noch eine verbleibende Vertragslaufzeit von zwei Jahren in St. Petersburg. Natürlich gäbe es Mittel und Wege, aus dem Kontrakt herauszukommen. Doch Podkolzin hat bereits mehrfach betont, dass ein weiterer Verbleib in Russland zumindest eine Option sei. Zwar hätten die sich im Rebuild befindenden Canucks diese Zeit möglicherweise, doch: Die Geschichte hat gezeigt, dass solch ein Spieler sogar teilweise gar nicht mehr nach Amerika kommt, wenn er sich in der russischen Kontinental Hockey League (KHL) einmal zum Star entwickelt hat. Vor allem, da die Verantwortlichen in Russland alles dafür tun, Spieler zu halten, weil sie sich als ebenbürtiger Konkurrent der NHL sehen.
Doch das sind potentielle Risiken abseits des Eises, die Podkolzin mühelos auf dem Eis wieder ausgleicht. Für das Franchise aus St. Petersburg spielte er in der KHL (3 Spiele, 0 Punkte), VHL (15 Spiele, 4 Punkte) und der MHL (12 Spiele, 8 Punkte) und das immer zur großen Zufriedenheit. Daneben bestritt er eine ganze Reihe Länderspiele und konnte vor allem bei der U18-WM überzeugen. Ihn zeichnen sein komplettes Skillset und seine Puckbeherrschung aus, die ihn hin und wieder einmal spektakuläre Bewegungen zeigen lässt.

Das waren sie, die Top10 Picks meines diesjährigen NHL Mock Drafts. Seid ihr meiner Meinung? Seht ihr einen Spieler an völlig anderer Position weggehen? Ich freue mich wie immer über eure Anmerkungen.
Des Weiteren möchte ich euch noch in Kürze drei Spieler präsentieren, auf die ich abseits der Top10 ein besonderes Augenmerk lege.

Peyton Krebs, LW/C, Kootenay Ice (WHL) aus Calgary, Alberta
Zuerst wäre da der Kanadier Peyton Krebs, der mir stets gut gefallen hat, wenn ich mir Ausschnitte seiner Spiele angesehen habe. Noch vor einigen Wochen wurde er von nahezu jeder namhaften Seite auf Position 6 bis 8 gesehen. Was diese Prognose etwas verschieben könnte, ist seine Achillessehnen-Verletzung, die er sich kürzlich beim Training auf dem Eis zuzog.
Viele sehen ihn immer noch in der Top10, zumal die Verletzung nicht als dauerhafte Beeinflussung gesehen wird. Dennoch denke ich, dass sie einige Teams abschrecken wird, sodass er um einige Plätze nach unten fallen könnte.
Dennoch hatte Krebs eine tolle Saison, führte sein Team Kootenay Ice sogar als Kapitän an und war an 68 Toren in 64 Spielen beteiligt. Er ist in jedem Fall ein wahnsinnig interessanter Spieler mit viel Potential, dessen Entwicklung ich mit Spannung verfolgen werde.

Moritz Seider, D, Adler Mannheim (DEL) aus Zell, Deutschland
Natürlich ist für uns hier in Deutschland das Schicksal des potentiell nächsten Erstrunden-Picks Moritz Seider ein besonders spannendes Thema. Zwischen Position 10/11 im besten Fall (eliteprospects.com, Hockeyprospect.com) und Position 26/27 im schlechtesten Fall (ISS Hockey, TSN) wird er von den Experten in Nordamerika geranked. Überall jedoch landet er in der ersten Runde und das auch verdient.
Er spielte eine tolle Rookie-Saison bei den Adlern und wurde dort auch Rookie des Jahres, natürlich nebst des Meistertitels.
Abgeräumt hat er auch bei der U20-Weltmeisterschaft in der Division 1A, wo er Deutschland mit den meisten Punkten unter allen Verteidigern und der besten +/- Statistik zum Aufstieg führte und sich selbst zur WM der Herren spielte, bei denen er ebenfalls zwei Tore beisteuerte.
Seine Leistungen beim erwähnten Turnier dürften seine Chancen auf einen früheren Pick nochmals erhöht haben. Den Kampf um den drittbesten Verteidiger nach Byram und Broberg wird er mit Cam York und Victor Söderström ausfechten müssen. Beispielsweise die Montreal Canadiens (15th Pick) zeigen Interesse, einen Verteidiger zu draften. Wird abermals ein Deutscher nach Kanada gehen?

Spencer Knight, G, USNTDP (USHL) aus Darien, Connecticut
Meiner Meinung nach ist es immer spannend zu sehen, wie früh oder spät der erste Torhüter vom Board geht. In den letzten zehn Drafts gab es nur viermal einen Goalie, der in der ersten Runde gedraftet wurde, zuletzt war das zum Beispiel Jake Oettinger an 26. Position von den Dallas Stars in 2017. Tatsächlich hat es nur einer dieser vier Spieler geschafft, sich zu einem absoluten Star zu entwickeln und das ist Andrei Vasilevsky, der im Jahr 2012 an 19. Stelle ausgewählt wurde.
Im diesjährigen Draft könnte es mal wieder einen Erstrunden-Goalie geben, denn Spencer Knight hat im Tor des USNTDP viele Blicke auf sich gezogen. Nur 2,21 Gegentore kassierte er durchschnittlich in der USHL, noch besser war er bei der U18-Weltmeisterschaft. Nur 1,51 durchschnittliche Gegentore und 93,6% gehaltene Schüsse sprechen eine eigene Sprache.
Es bleibt allerdings ein Fakt, dass Torhüter zum einen unglaublich schwierig einzuschätzen sind und zum anderen meist noch einen langen Weg vor sich haben, bevor sie in der NHL landen, einen längeren als ihre vermutlich ähnlich guten Feldspieler-Kollegen. Das mag natürlich auch daran liegen, dass die Kaderplätze für Goalkeeper nur äußerst begrenzt sind.

Was freue ich mich auf die Nacht von Freitag auf Samstag, wenn es endlich wieder soweit ist und der NHL Entry Draft stattfindet. Dieses Jahr findet er übrigens zum bereits dritten Mal in Vancouver statt.
Eine Premiere hingegen ist die Tatsache, dass DAZN das Spektakel erstmalig überträgt und zwar mit Live-Ton. Vorbei sind die Zeiten der instabilen Streams, die man sich mühevoll im Netz zusammensuchen musste. Um 2:00 geht es los. Schaltet ein, wenn ihr wissen wollt, wie es Moritz Seider und all den anderen jungen Spielern ergeht.
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Sportliche Grüße!

— Julian

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