NHL 20 – Mein Eindruck zur Beta-Version

Fans der Spielereihe NHL von EA Sports müssen sich noch etwa anderthalb Monate gedulden, bis es mit dem neuen Ableger NHL 20 weitergeht. Allerdings können Spieler auf Playstation 4 und Xbox One bereits jetzt die Beta-Version anspielen. Diese Möglichkeit habt ihr vom 26. Juli bis zum 31. Juli.
In diesem Artikel möchte ich euch erklären, welche Features die abgespeckte Version liefert, welche Neuerungen es gibt und wie zufrieden oder unzufrieden ich mit dem Spiel in seiner jetzigen Version bin.

Im Titelscreen ewartet uns das freundliche Lächeln von Toronto-Star Auston Matthews.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Die Spielmodi

Auch, wenn es klar sein sollte: An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass es sich hier um die Beta-Version handelt. Diese ist natürlich stark abgespeckt, was sämtliche Dinge betrifft: Spielmodi, Ligen und auch Gameplay.
In den nächsten Tagen müssen wir uns vorerst auf drei Spielmodi konzentrieren: Die beiden noch relativ neuen Ideen aus dem Hause EA Sports „World of Chel“ und „Ones“ werden komplettiert durch den „Online Versus“ Modus.
Während ihr in „Ones now“ (offline) und „World of Chel“ (online) nur euren eigenen erstellten Spieler steuert, könnt ihr beim Onlinespiel gegen Gegner aus aller Welt das erste Mal das Gameplay als Team austesten.
Die Möglichkeit, offline mit Teams gegen den Computer oder lokal gegen Freunde anzutreten, gibt es nicht.
Meine bisherigen Erfahrungen beschränken sich hauptsächlich auf „Online Versus“, aber weiter unten werde ich euch auch noch zumindest kurz die beiden anderen Modi zeigen.

Die Auswahl ist begrenzt, was bei einer Beta-Version nur natürlich ist.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Die Kader

Kommen wir kurz zu den Kadern. Gern hätte ich an der Stelle mehr zu den Spielern und vor allem ihren Bewertungen gesagt. Auch das muss ich aber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wenn EA Sports sich nach und nach zu den Ratings äußert.
Für den Moment stimmen nämlich weder diese, noch die Kader im Allgemeinen. Gut zu sehen ist dies unten in der Aufstellungs-Ansicht, bei der wir Artemi Panarin (New York Rangers), Matt Duchene (Nashville Predators) und Ryan Dzingel (Carolina Hurricanes) noch bei Vorjahres-Team Columbus sehen.
Aber zum Design dieses und weiterer Fenster beziehungsweise Screens: Grundsätzlich finde ich ich den seit NHL 19 eingeschlagenen Weg von gedeckteren Farben gegenüber weiß und grau sehr cool. Allerdings kann das je nach Einstellungen und Entfernung des Fernsehers eventuell die Erkennbarkeit und Lesbarkeit trüben.

Noch kommen wir nicht in den Genuss der neuen Kader. Aber es ist ja nicht mehr lang.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Die Spielgrafiken

Kommen wir zu einem weiteren Bereich, der sich stark verändert: Die Grafiken vor, während und nach dem Spiel.
Hier hat man sich erstmals seit Langem gegen ein real existierendes „Grafik-Set“ (wie zuletzt das von NBC) entschieden und sich auf die Entwicklung eigener Anzeigen und Animationen verlassen. Zwar sind diese zum Teil ganz gut gelungen und fügen sich gut ein, allerdings fehlt mir nun etwas diese realistische Optik, die ich so genossen habe. Ich fand es immer irre, nach einer Runde NHL ein von NBC präsentiertes Eishockeyspiel anzusehen und fast das gleiche Feeling zu haben. Ich hätte mir sogar eine gegenteilige Entwicklung gewünscht: In Zukunft aus NBC und zum Beispiel TSN oder Fox Sports wählen zu können, wäre für mich eine wahnsinnig attraktive Neuerung gewesen.

Doch zum Design: Vor dem Spiel werden – wie üblich – die beiden gegeneinander antretenden Teams gezeigt und das sieht auch sehr hübsch aus (Bild 1). Es passt zur heutigen Zeit und ist modern, lediglich der Schriftzug „VS“ hätte etwas dezenter ausfallen.
Während des Spiels (Bild 2) muss man nun an den unteren Bildschirmrand schauen, um den Spielstand nachzusehen. Das ist in den ersten Spielen noch äußerst ungewohnt, man gewöhnt sich letztlich aber daran. Auch die dort zu sehende Grafik ist angenehm und unauffällig. In Teilen allerdings zu unauffällig. die Restzeit des aktuellen Powerplays (Bild 3) ist meiner Ansicht nach etwas zu klein und sticht nicht so heraus, wie sie es tun sollte.
Wenn dann eins der beiden Teams ein Tor schießt, geht das grafische Feuerwerk erst richtig los und ein „Goal“-Schriftzug schiebt sich über gefühlt den halben Bildschirm (Bild 4). Das ist mir ehrlich gesagt zu weit weg von realen TV-Übertragungen und hat zu viel von einem Arcade- oder Fun-Game. Dabei tröstet dann auch nicht, dass die Anzeige des Torschützen – trotz ähnlicher Größe – ganz schickt aussieht (Bild 5). Hier bin ich wirklich gespannt auf eure Meinungen.
Ähnlich schlecht wie die Powerplay-Zeit ist auch das „Ende der reg. Spielzeit“ zu sehen, was bei einem Unentschieden nach 60 Minuten in hellgrau auf bewegtem Hintergrund angezeigt wird (Bild 6).
Das EA-Logo, welches vor oder nach Wiederholungen zum neuen Bild „überblendet“, ist nun übrigens schwarz (Bild 7). Das finde ich optisch ebenfalls nicht allzu gelungen, ist aber Geschmacks- und Gewöhungssache.

Die Kommentatoren

Nicht nur das „Broadcasting Package“ wurde ausgetauscht, sondern EA Sports liefert auch sogleich komplett neue Kommentatoren.
In den letzten Jahren haben stets die unten zu sehenden Mike Emrick und Eddie Olzyck unsere Spielzüge kommentiert, passend zu den NBCSN-Grafiken. Ergänzt wurden sie von Ray Ferraro, der die Rolle zwischen den Bänken einnahm und sich hin und wieder zu bestimmten Spielern geäußert hat.
Mit seinen „Leistungen“ war EA Sports scheinbar sehr zufrieden, denn er wurde nun rauf in die Kommentatoren-Kabine befördert. Unterstützung bekommt er dort von James Cybulski aus Vancouver, der bereits für Radio und TV diverse Spiele der NHL kommentiert hat.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich Emrick und Olzyck bereits vermisse, aber das ist denke ich einfach einer Sache der Umgewöhnung. Die Kommentare erscheinen nämlich zumeist passend und man scheint auch schon relativ viele eingesprochen zu haben. Wo Mike Emrick noch bis NHL 19 den hauptsächlichen Redeanteil innehatte, so ist das nun James Cybulski. Seinen Kollegen Ray Ferraro – der die angenehmere und unaufgeregtere Stimme der beiden hat – hört man leider deutlich weniger.

Haben zur neuen Eishockey-Simulation ausgedient: Mike Emrick und Eddie Olzyck.
(Quelle: http://www.nhl.com)

Stickchecking / Pokechecking

Mir sind spielerisch zugegebenermaßen nicht allzu viele Neuerungen direkt in’s Auge gestochen. Dafür habe ich erstens nicht lang genug gespielt und zweitens wird sich wahrscheinlich weniger geändert haben, als wir uns das alle gewünscht hätten. Und außerdem ist die Beta natürlich auch beim Gameplay noch nicht die finale Version.
Eine Sache fiel allerdings auf: Dem in NHL 18 noch wahnsinnig mächtigen Pokecheck war ja in NHL 19 schon ein kleiner Riegel vorgeschoben worden. Meines Eindrucks nach wurde er zu NHL 20 (Stand Beta) allerdings noch einmal „generft“, also schwächer und gefährlicher gemacht.
Mehr als je zuvor müsst ihr vorsichtig sein, wie ihr zum Gegner steht/fahrt und clever entscheiden, wann euer Stick auch wirklich den Puck und nicht die Beine des Gegners trefft.
Die Animationen eines vom Pokecheck getroffenen Spielers finde ich übrigens – wie auch in den Jahren zuvor – etwas zu eintönig. Immerhin wirkt sich eine solche Aktion nicht immer gleich auf den Fall aus.

Ein gut gemeinter Rat: Seid bei Aktionen mit eurem Schläger noch vorsichtiger, als noch im letzten Jahr.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Der Schuss

Eine weitere neue Idee und Umsetzung der Entwickler wurde schon vor vielen Monaten angekündigt: Die „Signature Shots“. So haben einige Weltstars nun auch ihre individuellen Arten, den Puck in Richtung Tor zu befördern. Ob das ein bestimmtes Ausholen des Schlägers ist, ein Nachziehen des Beins beim Schuss (wie unten im Bild) oder eine bestimmte Körperhaltung oder -bewegung.
Zwar wurde natürlich nicht jeder NHL-Spieler mit einem eigens entworfenen Schuss ausgestattet, allerdings unterscheiden sich die Schüsse nun ganz allgemein stärker voneinander, was das Spiel realistischer und abwechslungsreicher macht.
Besonders auffällig ist das bei den „Onetimern“, die in NHL 20 gefühlt noch einmal deutlich stärker geworden sind und somit auch online viel mehr genutzt werden.
Ich bin wirklich gespannt, wieviele Animationen man während der Beta und auch der Vollversion noch erleben wird.
Außerdem: Auch die Torhüter haben laut EA Sports insgesamt 400 neue Save-Animationen erhalten. Auch das ist in einigen Situationen zu sehen, auch wenn diese noch nicht immer zu 100% in die Situation zu passen scheinen.

Jeder Schuss ist anders. Das Gefühlt hat man zumindest deutlich häufiger, als beim Vorgänger.
(Rechte liegen bei EA Sports)

World of Chel

Seit NHL 19 findet man den Modus „World of Chel“ in der bekannten Eishockey-Simulation. Ehrlicherweise hat sich an meinem Spielverhalten dadurch nur wenig geändert. Andere Modi, wie Franchise, Be a pro oder Ultimate Team, haben von mir weiterhin die große Aufmerksamkeit erhalten.
Kurz zur Erklärung: Ihr erstellt euch hierbei einen Spieler und tretet auf halben Feldern gegen andere Spieler an. Für Siege in verschiedenen Spielmodi erhaltet ihr Belohnungen, welche ihr entweder zum Weiterentwickeln oder Ankleiden eures Spielers verwenden könnt. Gerade die schiere Vielfalt an Jacken, Hosen, Schlittschuhen, Trikots, Pullovern, Mützen und Helmen fasziniert wohl viele Spieler und es ist sicher ein netter Zeitvertreib.
Ich kann euch aufgrund meiner wenigen Erfahrungen aber leider nicht sagen, was sich hier von NHL 19 zur neuen NHL 20 Beta verändert hat.
Wobei: Da es jetzt so viele neue Schuss-Animationen gibt, habt ihr natürlich bei der Spielererstellung auch hierzu eine neue Einstellungs-Möglichkeit. Eine ganze Reihe von Schuss-Animationen stehen zur Auswahl und lassen euch vollkommen individuell entscheiden, wie ihr euch beim Schuss bewegen wollt. Diese unterschieden sich teils nur wenig, teils aber auch gravierend. Die Qual der Wahl!

Mit Jeans, Winterjacke und Bommelmütze geht es raus aufs Feld. Dabei hat man teils durchaus prominente Unterstützung zur Seite.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Ones now

Ähnliches gilt für den Spielmodus „Ones now“, der ja ebenfalls in der Beta enthalten ist. Hier könnt ihr offline gegen vom PC gesteuerte Gegner im 1vs1vs1 spielen. Ich habe mir hier beispielsweise Connor McDavid geschnappt und etwas gegen Auston Matthews und Brent Burns auf der kleinen Eisfläche gespielt. Richtig dauerhaften Spielspaß bietet das meiner Meinung nach nicht, auch wenn die Locations teils wirklich atemberaubend aussehen.

Was sagt man dazu? Mitten im Wald finden sich drei top ausgestattete Eisflächen.
(Rechte liegen bei EA Sports)

Ich hoffe sehr, ich konnte euch mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in die NHL 20 Beta geben. Denn nicht alle von euch werden in den nächsten Tagen genug Zeit oder auch die passende Konsole haben, um selbst in den Genuss von ersten Spielstunden zu kommen.
Wenn ihr Fragen habt, die ich hiermit noch nicht beantworten konnte, so zögert nicht, auf mich zuzukommen. Doch bis dahin…

Sportliche Grüße!

— Julian

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